6/27/2019

Für irgendwas muss es gut sein.

Das sich alle meine Zukunftspläne verändert haben. Ich mit dem Gedanken leben muss, das es mindestens einen Menschen gibt, dem es ein Anliegen ist, mir zu schaden und ich keine Ahnung habe, wer, es ist und was diese Person dazu bewegt - anstelle mit mir zu reden.
Das meine Familie und ich anstelle von Erleichterung und Freude nach den vergangenen zweieinhalb Jahren wieder vor große Aufgaben gestellt werden, wir weiter machen, immer im Versuch, nur das Richtige zu Tun. 
Das ich meine Kommunikationsgewohnheiten komplett ändern werde und mein Schutzpanzer dick wird und es für mich schwer wird, Vertrauen zu haben in andere Menschen.
Für irgendwas muss es gut sein.

3/20/2019

14 Jahre

14 Jahre bin ich heute Mutter.

14 Jahre. Aus einem kleinen großen Baby wurde ein 1,82m großer Typ, der mich immer noch gerne in den Arm nimmt, Schule als ein notwendiges Übel betrachtet, ein liebevoller großer Bruder ist, ein Mensch mit politischem Interesse und einer eigenen Meinung.

14 Jahre, die nicht immer einfach waren. Wir Eltern dieses Kindes haben uns getrennt und ne Weile gebraucht, um unseren Weg zu finden. Der geliebte Opa starb viel zu früh und fehlt immer noch jeden Tag. Die Schule als Sozialkonstrukt ist ein schwieriger Teil des Lebens. Lernen in der Schule war und ist schwierig. Unsere Familie wurde immer größer und kleine Schwestern erhalten Aufmerksamkeit. Die Pubertät ist für alle Seiten ein Biest. Wir Eltern haben viel zu tun, Arbeit, Referendariat, Promotion, Baustellen, Bienen, Politik.

14 Jahre in denen wir zusammen gewachsen sind und ich auf viele schöne Erlebnisse zurückblicken kann. Urlaube in der Provence, den Niederlanden, Kreta, im Zelt an der Ostsee, auf Sylt und Langeoog. Achterbahnfahrten bei denen wir beide nicht wussten, ob wir lachen oder weinen sollen. Playmobillandschaften in deinem Zimmer. Viele Tage im Waldschwimmbad. Kinobesuche. Gemeinsames Tanzen auf Hochzeiten. Zusammen auf dem Sofa abhängen und beim "Lehrer" mitfiebern. Gemeinsam kochen.

14 Jahre in denen Menschen unser gemeinsames Leben bereichern, die wir heute Familie nennen.

14 Jahre bist du heute mein Kind und meine Liebe für dich ist riesig.

1/27/2019

Das Ende ist in Sicht!

Keine Sorge. In diesem Text warne ich nicht vor der nächsten Apokalypse!

Am 9. April 2019 findet meine Examensprüfung statt. Das bedeutet: ich werde zwei Lehrproben halten, eine in meiner beruflichen Fachrichtung, also Pädagogik und eine in dem mir zugewiesenen Unterrichtsfach Politik und Wirtschaft (PoWi), diese dann reflektieren und anschließend noch eine mündliche Prüfung zu schulrechtlichen Fragen absolvieren. 

Vor wenigen Wochen hat mich noch so starke Prüfungsangst gequält, dass ich mich nach einem Coach umgeschaut habe und darüber nachgedacht habe, welcher Alkohol nicht riecht, damit ich mir Mut antrinken kann. Da meine liebe Kollegin mich als Gast an ihrem Examen teilnehmen ließ und ich erleben konnte, wie souverän sie das alles meistert, stieg bei mir auch der Mut. 

Die Terminvergabe der Examenstermine ist ein komplizierter Prozess und gipfelte für mich in einem Tag, an dem ich alle Emotionen mindestens einmal erlebte. Abends um halb zehn telefonierte ich dann noch mit der stellvertrenden Studienseminarsleiterin (die ich lustigerweise aus dem GVK  mit dem Großen Jungen kenne und auf deren Sofa ich schon stillend saß) und mein Termin stand fest.

Seit diesem Abend und dem damit einhergehenden Beschluss unseren Umzug in #HausundHof einen Monat zu verschieben bin ich EUPHORISCH, GELÖST, ZUVERSICHTLICH, GLÜCKLICH.

Der Schleier der letzten zwei Jahre Referendariat hat sich gelüftet, ich sehe LICHT am Ende des Tunnels. Nur noch zwei Prüfungssemester-UBs. ein paar Veranstaltungen im Studienseminar und dann DER TAG. Mit diesem NUR NOCH ist natürlich viel Arbeit verbunden, doch zum allerersten Mal seit langem sitze ich glücklich und motiviert am Schreibtisch und arbeite auf DEN TAG hin. 

Es gab in meinem Referendariat nur wenige wirkliche blöde Situationen, auch wenn ich als Ausbilderin oft anders agieren würde oder ich mir die Ausbildung anders wünsche, waren die vergangenen zwei Jahre auch gezeichnet von einer  angenehmen Worl-Life-Balance und einem Schönen "In die Schule Wachsen.". Doch dieses lange Warten auf DEN TAG, zu erleben, wie alle an mir vorbeiziehen, fertig werden, feste Stellen bekommen und ich immer noch da so rumwurschtele, das hat mich mürbe gemacht. Unter diese Schicht von Ungewissheit, Unendlichkeit und Unzufriedenheit bin ich wieder hervorgekommen. Ich fühle mich wieder so wie ich mich fühlen möchte.

Vor DEM TAG habe ich keine Angst, sondern ich werde ihn feiern, jede Minute der Prüfungen wird mein Fest.